Das Historische Spiel und die Kircheplatzgaukler - mehr als 37 Jahre Stadtgeschichte(n)

Mit dem ersten Historischen Markt im Jahr 1985 begann die Geschichte der Kircheplatzgaukler. Die Schauspielgruppe, ins Leben gerufen von der Stadt Lich und über ein Jahrzehnt unter der Leitung des Historikers Hans Schnorr, nahm es sich zur Aufgabe, alljährlich zum Historischen Markt ein Stück Licher Stadtgeschichte zu erzählen. Ob "Torschlüsselstreit" oder dem "Bösen Mönch von nebenan" oder "Von Solms zu Solms", die Geschichte(n) unseres Städtchens reichen bis in die Zeit der Römer und Chatten zurück. 

Im Jahr 2003 übernahm der gebürtige Licher Gerhard Pappe, von Beruf Sozialarbeiter, begeisterter Kabarettist und Bühnenkünstler die Regie. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Ensemble der Kircheplatzgaukler zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des Historischen Marktes und wurde selbst zu einem Bestandteil der Licher (Kultur-)Geschichte.

Seit dem Jahr 2020 haben die Kircheblatzzgaukler mit dem Kulturverein Lich e.V. eine organisatorische Heimat gefunden. So wuchs zusammen, was zusammengehört, schließlich war es der Kulturverein, der im Jahr 1950 mit der "Volksbühne Gießen - Stadt Lich und Land" eines der ersten regionalen Theaterensembles der Nachkriegszeit mitbegründete.   

Aufführung des Historischen Spiels: "Digmuds Stock und Almuds Beitrag
zur Stadtwerdung Lichs" 

Wer Alumdis und Digmudis waren, was die Seelenhofgasse mit den beiden "iroschottischen Schwestern königlichen Geblüts" zu tun hat, wehalb man ihnen eine Distel zum Geschenk machte und vor allem wer der Vater der beiden war, erfahren Sie von den Kircheblazzgauklern anlässlich des Historischen Marktes am:

Samstag, 9. Mai 2026 um 18 Uhr 

Lich, Schlossplatz am Hessentagsbrunnen

Freitag, 26. Juni 2026 um 19.30 Uhr 

Ev. Kirche Lich-Bettenhausen

Weiteres zu den Kirchblatzzgauklern erfahren Sie hier.

Das Historische Spiel 2026: "Digmuds Stock und Almuds Beitrag zur Stadtwerdung Lichs"

Aufführung am Samstag, 9. Mai 2026 um 18 Uhr anlässlich des Historischen Marktes

Der festliche Einzug der Geschwister Almudis und Digmudis in das zu Beginn des 11. Jhd. noch unbedeutende Dorf Lich war sicherlich es ein ganz besonderes Ereignis für die Bewohnerinnen und Bewohner. Schließlich rankten sich um die beiden
iroschottischen Geschwister königlichen Geblüts doch wahrscheinlich schon zu ihren Lebezeiten Sagen und Legenden. Zu Beginn weiß noch niemand um Herkunft und Vergangenheit der beiden, nur soviel: Almudis (gespielt von Nicole Martin) ist Äbtissin des von ihr gegründeten Kanonnisenstifts zu Wetter nahe Marburg. Zusammen mit ihrer jüngeren und etwas schwächlichen Schwester Digmudis (Stella Kämpfert), war sie um das Jahr 1015 im Vogelsberg aufgetaucht. Dort stifteten sie eine Marienkapelle, bevor sie das Wetteraner Stift gründeten. Ihre Ankunft in Lich muss daher für viele überraschend gewesen sein. Besonders für diejenigen, die bisher schon um Macht, Einfluss und Besitztümer in der nördlichen
Wettereiba (Wetterau) rangen. Das Kloster Lorsch beispielsweise, im Stück vertreten von Prior Arnold (Tommy Münch) war einer der bedeutendsten Protagonisten im damaligen oberhessischen Spiel um Macht und Feuer. Das Kloster Fulda (Prior
Richard gespielt von Elmar Sandhofen) verfügte ebenfalls über Besitzungen rings ums Wettertal. Mainz mit seinem Erzbischof Aribo war noch weit entfernt von seiner späteren Geltung, streckte aber schon seine Fühler in die Wettereiba aus. Schließlich wurde gemunkelt, dass die beiden - wohl mehr irischen als schottischen - Schwestern auf Geheiß des Mainzer Bischofstuhls vom Wetterstift zum Wetterstrand geschickt wurde, um dort eine Außenstelle ihres Wetteraner Stifts zu gründen, wohl auch zum Nutzen ihres Protegés. Auch Surlech von Honau (Wolfgang Reitschmidt) ist zur Stelle, sein iroschottischer Vorgänger Abt Beatus hatte 778 eine Kapelle im später wüst gefallenen Dorf Hausen bei Lich gestiftet. Und dann ist da noch Kuno von Arnsburg (gespielt von Horst Kächler), Reichsministerialer und Lehrmeister des einstigen, durch den Gang nach Canossa berühmt gewordenen Kaiser Heinrich IV., der versucht den Kampf der Geistlichkeit für sich zu nutzen, ganz nach dem königlichen Motto: Divide et impera, was er für sich übersetzt mit: Teile das Bett und herrsche allein! Zumindest protokolliert dies so sein Schreiber (Ernst-Otto Finger). Arnold von Lorsch sind die beiden iroschottischen Schwestern mit ihren Kanonissen (Doris Blasini, Ulrike Finger) nicht geheuer. Und so beauftragt er seinen Spitzel Grebe (Christian Dörmer, gleichzeitig Regisseur), um heraus zu bekommen, von welchem Adelsgeschlecht Almudis und Digmudis abstammen, welche Pläne sie verfolgen und vor allem wer sie stützt. Stimmt es, dass Äbtissin Almudis sich für den
Hof eines Färbers namens Karl (Wolfgang Pappe) in einer Gasse südlich des heutigen Marktplatzes interessiert, um dort einen Seelhof, eine Außenstelle ihres Stifts zu errichten? Oder steckt noch mehr dahinter? Erste Hinweise auf die wahre Geschichte der Geschwister erhält Grebe im Wirtshaus. Ein Fellhändler (Manfred Hanusch), der erst kürzlich in Buchonia unterwegs war, erzählt im Beisein der Wirtin (Christina Sciancalepore), einem Gast (Thomas Hirt) und dem Bauern Jesus Johann (Bernhard Hobl) von einer dramatischen Geschichte, die erklärt, weshalb Almudis und vor allem ihre Schwester Digmudis derart ungeahnte Kräfte haben müssen, dass die Bewohner Buchonias sogar ihren Ort ihnen zu Ehren in „Schotten“ umbenannten. Wenig später erfährt Arnold von Lorsch von seinem Spitzel die ganze Wahrheit. Die kennt der
Diener Kunos (Paul Dörmer) schon längst und trägt sie auf dem Markt für einen Apfel und ein Ei zu Markte. Doch auch die Marktfrauen (Christiane Agel, Gisela Maier, Bianka Heyer) wissen schon um das Schicksal der beiden königlichen
Schwestern - und um jenes, das Arnold von Lorsch wohl droht. Schließlich hat der Barde (Henrich Dörmer, gleichsam Autor des Stücks) mit seinem jämmerlichen Gesang schon längst alles verraten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.